• In den Worten Haniyehs werden die Tunnel nicht nur "zur Verteidigung des Gazastreifens gegraben, sondern auch, um als Ausgangspunkt zur Erreichung ganz Palästinas zu dienen". Man kann aus jeder Landkarte "Palästinas" erkennen, dass "ganz Palästina" nicht bedeutet im Frieden an der Seite Israels zu leben; es bedeutet Israel zu ersetzen.

  • Zu ihren Gunsten spricht, dass die Hamas erfrischend offen ist, was ihre Ambitionen angeht. Sie will, dass die Palästinenser weiterhin in Not und Verbitterung leben. Das ist der fruchtbare Boden der Rekrutierung von Jihadisten.

  • Eine PA-Hamas-Einheitsregierung würde bedeuten, dass es Tunnel nicht nur entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel gibt, sondern auch von der Westbank nach Israel.

  • Eine PA-Hamas-Einheitsregierung würde bedeuten, dass es Tunnel nicht nur entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel gibt, sondern auch von der Westbank nach Israel.

Die Mär, dass die Hamas Tunnel nutzt, um Lebensmittel und andere Notwendigkeiten in den "belagerten" Gazastreifen zu schmuggeln, ist unter dem Schutt des Tunnels begraben worden, der letzte Woche östlich von Gaza-Stadt einstürzte.

Der Vorfall, bei dem sieben Mitglieder des bewaffneten Arms der Hamas, der Izzedin-al-Qassam-Brigaden, getötet wurden, als der Tunnel einstürzte, in dem sie arbeiteten, bietet weiteren Beleg dafür, dass die islamistische Bewegung ihrer Charta treu geblieben ist, die die völlige Vernichtung Israels fordert.

Die bei dem Einsturz getöteten Hamas-Männer gehörten zur Elite-"Tunneleinheit" der Bewegung. Nach Angaben der Izzedin-al-Qassam-Brigaden waren die Männer damit beschäftigt einen der Tunnel zu reparieren (der während des Kriegs mit Israel 2014 beschädigt wurde, als dieser aufgrund der Unwetterlage einbrach.

Im Gegensatz zum weit verbreiteten Glauben wurde der Tunnel nicht renoviert, um den Palästinensern den Schmuggel von Grundgütern aus Ägypten in den Gazastreifen zu ermöglichen. Es handelte sich um einen von vielen Tunneln, die die Hamas im Verlauf der letzten Jahre gegraben hatte, um nach Israel einzudringen und Terroranschläge zu verüben.

Die Hamas macht kein Geheimnis aus dem Ziel ihrer Wiederherstellungsarbeiten. Der ranghohe Hamas-Vertreter Khalil Al-Hayeh erklärte, dass seine Organisation weiter Tunnel gräbt, um sie in zukünftigen Konfrontationen mit Israel zu benutzen. "Wir haben genügend Mudschaheddin [Jihad-Krieger], um ihre Brüder zu ersetzen, die [bei dem Einbruch des Tunnels] zu Märtyrern wurden", sagte er während der Beerdigung der sieben Hamas-Mitglieder.

Hamas-Führer Ismail Haniyeh ging einen Schritt weiter: Die Tunnel wurden nicht nur konzipiert, um Terroranschläge gegen Israelis zu lancieren, sondern um "ganz Palästina zu befreien". In den Worten Haniyehs werden die Tunnel nicht nur "zur Verteidigung des Gazastreifens gegraben, sondern auch, um als Ausgangspunkt zur Erreichung ganz Palästinas zu dienen". Man kann aus jeder Landkarte "Palästinas" erkennen, dass "ganz Palästina" nicht bedeutet im Frieden an der Seite Israels zu leben; es bedeutet Israel zu ersetzen.

In den Worten von Hamas-Führer Ismail Haniyeh (links) sind die Tunnel, die die Hamas aus dem Gazastreifen nach Israel gräbt, nicht nur zur "Verteidigung des Gazastreifens da, sondern um als Ausgangspunkt zur Erreichung von ganz Palästina zu dienen".

Für Haniyeh sind die Tunnel eine "strategische Waffe" im Jihad der Hamas zur Vernichtung Israels. Der militärische Arm der Hamas grub die Tunnel um den Gazastreifen, "um unser Volk zu verteidigen und die Al-Aqsa-Moschee und Jerusalem zu befreien", erklärte der Hamas-Führer.

Die Hamas, wird argumentiert, hat ihre Farben geändert. Sie ist jetzt bereit, lautet die Theorie, ihre eigene Charta zu verwerfen und eine Zweistaatenlösung zu akzeptieren.

So viel zum Herzenswandel der Hamas.

Zu ihren Gunsten spricht, dass die Hamas erfrischend offen ist, was ihre Ambitionen angeht: die Eliminierung Israels. Sie hat aber wenige Ambitionen für die, die heute von ihrem Griff umklammert sind. Fast ein Jahrzehnt nach ihrer gewaltsamen Übernahme des Gazastreifens haben die Bewegung und ihre Führer den 1,9 Millionen dort gestrandeten Palästinenser herzlich wenig außer Zerstörung und Tod angeboten.

Oh und die Tunnel: Die Hamas hat zwei Sorten davon. Die Tunnel, die unter der Grenze zu Ägypten verlaufen, sind als Waffenkanäle konstruiert. Die Tunnel unter der Grenze zu Israel sind für die Vernichtung Israels reserviert.

Palästinensischen politische Rivalen der Hamas wiesen in den letzten Tagen darauf hin, dass die Tunnel die Führer der islamistischen Bewegung in "Händler des Krieges" verwandelt hätten. Diese "Händler", so die Palästinenser, haben ihre Schmuggeltunnel schon lange dazu genutzt auf Kosten Dutzender unterbezahlter Arbeiter, die als Grabende rund um die Uhr arbeiten, ihren persönlichen Reichtum zu vermehren.

Al-Hayeh hat klar gemacht, dass ist die Hamas bereit so viele Palästinenser zu opfern wie es braucht, um ihre tödlichen Ziele voranzutreiben. Vom palästinensischen Gesundheitsministerium veröffentlichte Zahlen zeigen, dass von 2006 bis 2011 im Gazastreifen 188 Palästinenser bei der Arbeit in den Tunneln der Hamas getötet wurden.

Darüber hinaus scheinen Gesetze zu Kinderarbeit noch nicht bis in den von der Hamas geführten Gazastreifen gelangt zu sein. Kinder unter 18 Jahre stellen mindestens 10% der Toten der Tunnelgrabungs-Industrie.

Und während die Wirtschaft im Gazastreifen ruiniert ist, hat die Hamas Millionen Dollar in die Tunnelbau-Projekte gesteckt.

Die Arbeitslosigkeit stieg 2015 auf über 40%, während mehr als 65% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung hängt bereits vollkommen von Hilfe verschiedener Hilfs- und humanitären Organisationen ab. Wirtschaftsexperten prognostizieren für 2016 ein noch trübseligeres Szenario.

Trotz ihrer Behauptungen des Gegenteils ist Wohlergehen der Palästinenser im Gazastreifen das Letze, um das sich die Hamas kümmert. Fakt ist: Sie will, dass die Palästinenser weiterhin in Not und Verbitterung leben. Das ist der fruchtbare Boden der Rekrutierung von Jihadisten.

Der Zusammenbruch des Tunnels in der letzten Woche und die erneuerten Drohungen der Hamas, den Kampf gegen Israel zu fortzusetzen, fallen mit Berichten zusammen, dass der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde (PA),Mahmud Abbas, sich entschloss seine Bemühungen um eine "nationale Aussöhnung" und "Einheit" mit der islamistischen Bewegung wieder aufzunehmen.

Nach Angaben der Berichte sind Repräsentanten der beiden Seiten sich nächste Woche in Qatar zu einem weiteren Versuch verabredet ihren Disput zu beenden und den Weg für eine neue palästinensische Einheitsregierung und Wahlen zu ebnen.

Natürlich rückt die ewige Illusion ins Blickfeld, Abbas würde es schaffen die Hamas davon zu überzeugen ihr Ziel der Vernichtung Israels aufzugeben.

Die Hamas wird ihre Angriffstunnel niemals für einen Ministerposten im PA-Kabinett eintauschen. Abbas verkündete vor kurzem Interesse an der Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit Israel. Sein Interesse bestand allerdings darin, dass etwas Zeit vergeht, in der er der Hamas seine Hand hinreichen kann. Eine PA-Hamas-Einheitsregierung würde bedeuten, dass es Tunnel nicht nur entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel gibt, sondern auch von der Westbank nach Israel.

Es waren damit nicht nur sieben Männer, die letzte Woche unter dem Schutt des eingestürzten Tunnels begraben wurden. Zusammen mit ihnen wurde die hartnäckige, aber völlig naive Hoffnung begraben, dass die Hamas sich irgendwie selbst in einen "Friedenspartner" für Israel, die PA oder sogar das palästinensische Volk verwandelt.

Khaled Abu Toameh ist ein preisgekrönter Journalist mit Sitz in Jerusalem.

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