Mahmoud Abbas und seine Palästinensische Autonomiebehörde (PA) sind bestrebt, den Eindruck zu erwecken, dass ihre Gefühle von ihren Leuten geteilt werden, während sie sich darauf vorbereiteten, US-Präsident Donald Trump in Bethlehem willkommen zu heissen. Viele Palästinenser sind jedoch alles andere als begeistert von dem Besuch.

Es liegt im ureigenen Interesse von Abbas und der PA, die Wahrheit zu verbergen, nämlich dass viele Palästinenser die USA als Israel liebenden Feind ansehen.

Während der PA-Präsident und seine Helfer versuchen, diese unbequeme Tatsache zu verstecken, versuchen sie auch alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Wahrheit zu verschleiern, nämlich, dass viele Palästinenser an einem Punkt der Radikalisierung angelangt sind, an dem sie eher eine Pistole oder ein Messer gegen Israelis richten würden, als Frieden mit ihnen anzustreben.

Die stärksten und lautesten Proteste gegen den Besuch Trumps kommen bisher aus Ramallah, der de-facto-Hauptstadt der Palästinenser.

Ramallah wird von westlichen Journalisten regelmässig als Basis für Mässigung und Pragmatismus beschrieben. In dieser Stadt leben und arbeiten Abbas und die oberste PA-Führung.

In einer Stellungnahme, die zu Beginn dieser Woche veröffentlicht wurde, rief die Vereinigung National and Islamic Forces in Ramallah und El-Bireh – eine Koalition verschiedener palästinensischer politischer und terroristischer Gruppierungen – zu einem "Tag des Volkszorns" im Westjordanland auf, um gegen den präsidialen Besuch zu protestieren.

Im Sprachgebrauch der Palästinenser ist ein "Tag des Zorns" eine Aufforderung zur verstärkten Gewalt und zum Terror, hauptsächlich gegen Juden.

Der Begriff wurde offiziell während der ersten Intifada eingeführt, die Ende des Jahres 1987 ausbrach, und sich in Angriffen mit Steinen und Benzinbomben gegen Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte und gegen im Westjordanland und Gazastreifen ansässige Juden entlud.

In ähnlicher Weise wurden während der zweiten Intifada, die im Jahr 2000 begann, Tage des Zorns mit Selbstmordattentaten, Schüssen aus vorüberfahrenden Fahrzeugen und anderen Terrorakten und diversen Verbrechen gegen im Westjordanland und Gazastreifen sowie in Israel lebende Juden in Verbindung gebracht.

In jüngster Zeit haben die Fatah-Fraktion von Abbas und andere Gruppen, einschliesslich der Hamas, des Islamischen Dschihad und der marxistischen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) zu verschiedenen Anlässen Palästinenser dazu aufgefordert, einen Tag des Zorns gegen Israel zu erklären.

In der Regel erfolgen solche Aufrufe als Antwort auf jüdische Besuche auf dem Tempelberg. Diese Besuche finden seit der Befreiung Ost-Jerusalems von jordanischer Besetzung im Jahr 1967 statt.

Die Besuche wurden jedoch aus Sicherheitsgründen in den ersten Jahren der zweiten Intifada, zeitweilig ausgesetzt, da man sich um die Sicherheit der Besucher sorgte. Es ist erwähnenswert, dass es Nicht-Muslimen erlaubt ist, den Tempelberg zu besichtigen, wie dies auch in den letzten fünf Jahrzehnten der Fall war. Die Palästinenser sind jedoch ausdrücklich gegen den Besuch der Stätte durch Juden, da sie fälschlicherweise behaupten, es gebe eine Verschwörung, nach der die Juden planen, ihren Tempel nach der Zerstörung der islamischen heiligen Stätten am gleichen Ort wieder aufzubauen. Diese Anklage ist natürlich eine weitere palästinensische Blutbeschuldigung gegen die Juden.

Wir befinden uns also wieder in der gleichen Lage. Palästinenser rufen dazu auf, den Trump-Besuch mit einem Tag des Zorns zu markieren (d. h.: verstärkter Terrorismus). Die Stellungnahme der Vereinigung National and Islamic Forces in Ramallah und El-Bireh ist eine klare und direkte Einladung für Palästinenser auf die Strasse zu gehen und Juden niederzumetzeln.

Durch was wird dieser palästinensische Hass gegen Trump und die USA wirklich angetrieben?

Gäbe es aus palästinensischer Sicht die USA nicht, wäre es den Palästinensern und Arabern schon vor langer Zeit gelungen, ihr Ziel der Zerstörung Israels zu erreichen.

"Wir lehnen die amerikanische Voreingenommenheit zugunsten Israels ab", entgeht es der Stellungnahme. "Wir rufen zu Volksaufständen und Kundgebungen auf, um zu bekräftigen, dass unser Volk an seinen legitimen Rechten, einschliesslich des Rechts auf Rückkehr und Selbstbestimmung, festhält." Die Stellungnahme warnte auch vor Druck der USA auf Abbas und die PA-Führung, an den Verhandlungstisch mit Israel zurückzukehren.

Das sogenannte, von den Palästinensern geforderte "Recht auf Rückkehr" bedeutet das Recht, Israel mit Millionen von Palästinensern zu überfluten, um einen Staat mit einer arabischen Mehrheit zu schaffen, in dem Juden als Minderheit leben würden. Dies wäre zusätzlich zur Bildung eines weiteren palästinensischen Staates neben Israel im Westjordanland, Gazastreifen und Ostjerusalem.

Die Palästinenser und Araber führen schon lange einen Krieg mit dem, was sie als US-Voreingenommenheit zugunsten Israels ansehen. Was sie meinen, ist, dass die Unterstützung der USA für Israel ihnen bei ihrem Ziel der Zerstörung Israels im Weg steht. Sie sagen: Nur wenn die Amerikaner damit aufhören, Israel finanziell, militärisch und politisch zu unterstützen, wären wir in der Lage, Israel vom Antlitz der Erde zu entfernen.

Vermutlich werden weder Trump noch sonstige Mitglieder seines Gefolges den jüngsten palästinensischen Tag des Zorns bemerken. Die strengen, beispiellosen Sicherheitsmassnahmen im Umfeld des geplanten Trump-Besuchs in Bethlehem und die Tatsache, dass der Besuch nur 45 Minuten dauern soll, werden dafür sorgen. Trump wird nicht sehen, dass Palästinenser gegen seinen Besuch protestieren. Genauso wenig wird er während seines Besuchs Palästinenser sehen, die ihre Geschäfte schliessen und Steine und Molotowcocktails auf Juden werfen.

(Foto: Uriel Sinai/Getty Images)

Trumps palästinensische Gastgeber werden alles in ihrer Macht stehende tun, um so viele unangenehme Wahrheiten wie möglich zu verbergen. Zum Beispiel erwähnen sie vermutlich nicht, dass Palästinenser auf die Strassen gehen, um gegen seinen Besuch zu protestieren sowie um Juden zu verfolgen. Abbas wird Trump nichts über den Tag des Zorns erzählen, weil es gegen seine wiederholte Behauptung geht, dass Palästinenser für den Frieden bereit wären und ihre Kinder sogar in einer "Kultur des Friedens" erzögen.

Der palästinensische Tag des Zorns während des Besuchs Trumps ist ein weiteres Anzeichen der verstärkten Radikalisierung unter Palästinensern und ihrer mangelnden Bereitschaft zur Anerkennung der Existenzberechtigung Israels als ein Staat für die Juden. Tage des Zorns sind in keiner Weise gezügelte Reaktionen auf bestimmte politische Massnahmen oder Tätigkeiten der Israelis vor Ort. Der Tag des Zorns kann in der arabischen und muslimischen Welt bis zur Gründung Israels im Jahr 1948 zurückverfolgt werden und ist nach wie vor ein von Arabern und Muslimen für den Terrorismus verwendetes Werkzeug.

In Wahrheit sind solche Tage ein Ausdruck des Zorns über die Anwesenheit von Juden in einem souveränen Staat im Nahen Osten und der Wut über die US-Unterstützung für Israel und die palästinensische Unterstützung für die Hamas, den Islamischen Dschihad und andere Terrorgruppen. Tage des Zorns wird es so lange geben, wie Palästinenser glauben, dass Israel zerstört werden könnte und sollte.

Erneut führt Abbas Amerikaner und andere westliche Staaten vor. Seine Leute lehnen es weiterhin ab, Israels Existenzberechtigung anzuerkennen. Und so wird Abbas über Frieden und Koexistenz sprechen, während sein Volk einen weiteren Tag des Zorns organisiert.

Bassam Tawil lebt als Wissenschaftler und Journalist im Nahen Osten.

Verwandte Themen:  Israel, Palästinensische Autonomiebehörde
Dieser Artikel wurde nachgedruckt in:
Kürzlich erschienen von
erhalten sie die neuesten artikel als e-mail: tragen sie sich ein in die kostenlose gatestone institute mailingliste

de