• In der niederländischen Provinz Friesland wurden 250 von 720 Kirchen entweder umgewidmet oder geschlossen. Die Fatih-Camii-Moschee in Amsterdam war einst die Sankt-Ignatius-Kirche. Eine Synagoge in Den Haag wurde zur Al-Aqsa-Moschee. Im flämischen Mechelen wurde in einer berühmten Kirche ein Luxushotel eröffnet. Die Gäste logieren und speisen zwischen gotischen Bögen, Säulen und Kirchenfenstern.

  • "Die Franzosen werden nicht eher aufwachen, als bis Notre Dame zu einer Moschee geworden ist", sagte der Schriftsteller Emile Cioran einmal.

  • In Deutschland gibt es buchstäblich einen Ausverkauf von Kirchen. Zwischen 1990 und 2010 hat die Evangelische Kirche Deutschlands 340 Kirchen geschlossen. In Hamburg hat die muslimische Gemeinde kürzlich eine evangelische Kirche gekauft.

  • "Die Geschichte lehrt uns, dass solche Transformationen selten unschuldiger Natur sind", sagt Bertrand Dutheil de La Rochère, ein Mitarbeiter von Marine Le Pen.

Für die Biennale, das berühmte Kunstfestival in Venedig, wandelte der Schweizer Künstler Christian Büchel letztes Jahr die alte katholische Kirche Santa Maria della Misericordia in eine Moschee um. Seit mehr als 40 Jahren war die Kirche nicht mehr für christliche Gottesdienste benutzt worden. Büchel dekorierte die barocken Wände mit arabischen Schriftzeichen, bedeckte den Boden mit einem Gebetsteppich und versteckte das Kreuz hinter einer Gebetsnische, die die Richtung nach Mekka anzeigte, die heilige Stadt des Islam. Es war eine Provokation.

Doch überall sonst in Europa übertrifft die Ausübung des Islam die des Christentums bei weitem, während gleichzeitig Juden massenhaft auswandern – nicht nur Frankreich verlassen sie, sondern den gesamten alten Kontinent.

Im Januar empfahl Zvi Ammar, der Präsident des Israelitischen Zentralrats von Marseille, den Juden, nicht mehr die Kippa zu tragen, wenn sie auf die Straße gehen. Zu viele antisemitische Vorfälle hat es gegeben, die den 70.000 Marseiller Juden, die ein Zehntel der Bevölkerung der Stadt ausmachen, Angst eingejagt haben. Im letzten Jahr verließen 500 Juden die Stadt. Kürzlich verkündete Ammar einen weiteren Appeasementversuch: die Umwidmung einer historischen Synagoge zu einer Moschee.

Die muslimische Organisation Al-Badr hat die Or-Tora ("Licht der Tora")-Synagoge für 400.000 Euro gekauft. Aufgrund des in Marseille grassierenden Antisemitismus blieb die Synagoge nämlich leer, während die nahegelegene, von Al-Badr betriebene Moschee jeden Freitag so überfüllt war, dass die Gläubigen auf der Straße beten mussten; ein Viertel der Bevölkerung Marseilles ist muslimisch, in der Stadt gibt es bereits 73 Moscheen.

Vor einem Jahr hatte der französische muslimische Führer Dalil Boubakeur vorgeschlagen, leerstehende Kirchen in Moscheen umzuwandeln. Nun geschieht dies zum ersten Mal in Frankreich mit einer Synagoge. "Die Geschichte lehrt uns, dass solche Transformationen selten unschuldiger Natur sind", sagt Bertrand Dutheil de La Rochère, ein Mitarbeiter von Marine Le Pen, der Vorsitzenden des Front National. Offenbar wollte er damit das Schicksal der Synagoge mit dem der Hagia-Sophia-Basilika vergleichen, die zu einer Moschee wurde, nachdem Konstantinopel (das heutige Istanbul) 1453 von den muslimisch-osmanischen Türken erobert worden war.

Die Hagia Sophia in Istanbul war einst die größte Kathedrale der christlichen Welt, bevor die muslimisch-osmanischen Türken sie 1453 eroberten und in eine Moschee umwandelten. Zahlreich sind im Nahen Osten die zu Plätzen des Islam verwandelten Kirchen und Synagogen. In Europa sieht heutzutage jeder Reisende in irgendeiner modernen europäischen Stadt, wie neue Moscheen gebaut werden; daneben sieht man verlassene und profanierte Kirchen, von denen manche zu Museen gemacht werden. (Foto: Antoine Taveneaux/Wikimedia Commons)

"Was sollen wir tun?", sagte Zvi Ammar zum Verfasser dieses Beitrags.

"Sicherheitsbedenken haben die Juden bereits aus dem Stadtzentrum vertrieben. In einem muslimischen Gebiet konnten wir nicht mehr länger leben, darum stand die Synagoge leer. Tausende von Synagogen in der arabisch-islamischen Welt sind in Moscheen verwandelt worden, von Libyen bis nach Marokko, vom Irak bis nach Tunesien. Der einzige Unterschied ist, dass die Muslime in Frankreich eine Synagoge nicht enteignen können, sie müssen dafür zahlen."

Welch ein trauriger Trost.

Zvi Ammar hat jedoch Recht: Der Nahe Osten ist nicht nur voller Synagogen, die zu islamischen Stätten gemacht wurden, auch jede Menge Kirchen wurden zu Moscheen umgewidmet, wie etwa die Umayyaden-Moschee in Damaskus, die Ibn-Tulun-Moschee in Kairo oder die bereits genannte Hagia Sophia in Istanbul. In Hebron und auf dem Jerusalemer Tempelberg errichteten die muslimischen Eroberer ihre heiligen Stätten auf den jüdischen.

Vor einigen Jahren schrieb der brillante zeitgenössische Historiker Niall Ferguson über Europas Zukunft als der "schleichenden Islamisierung eines dekadenten Christentums". Es ist nicht schwer, im Herzen des alten Kontinents Zeugnisse des Niedergangs von Europas Christentum und des Wachstums des Islam zu entdecken. Jeder Reisende in irgendeiner modernen europäischen Stadt sieht, wie neue Moscheen gebaut werden; daneben sieht man verlassene und profanierte Kirchen, von denen manche zu Museen gemacht werden.

Der wichtigste Moment in Michel Houellebecqs Roman Unterwerfung ist der, wo die Hauptfigur, ein Professor an der Sorbonne, der auf der Suche nach einer Konversionserfahrung ist, einen christlichen Schrein besucht, nur um festzustellen, dass dieser keinerlei Eindruck auf ihn macht. Das ist die Realität in Frankreich.

In Frankreichs Region Vierzon ist aus der Kirche von Saint-Eloi eine Moschee geworden. Die Diözese von Bourges hatte sie zum Verkauf gestellt, woraufhin eine muslimische Organisation das höchste Gebot abgab. In der Quai Malakoff in Nantes wurde aus der alten Kapelle Saint Christophe die Moschee El-Forqane.

In der niederländischen Provinz Friesland wurden 250 von 720 Kirchen entweder umgewidmet oder geschlossen. Die Fatih Camii Mosque in Amsterdam war einst die Sankt-Ignatius-Kirche. Eine Synagoge in Den Haag wurde zur Al-Aqsa-Moschee. Die Kirche St. Jacobus in Utrecht, eine der ältesten der Stadt, wurde kürzlich in eine Luxusresidenz umfunktioniert. In der ehemaligen Dominikanerkirche in Maastricht hat gerade eine Bücherei eröffnet.

Die Hauptmoschee in Dublin ist eine ehemalige Presbyterianerkirche. In England wird die St. Marks Cathedral nun New-Peckam-Moschee genannt; die Moschee von Disbury in Manchester war einst eine Methodistenkirche. In Clitheroe, Lancashire, gaben die Behörden die Genehmigung, die anglikanische Kirche Saint Peter's in Cobridge zur Madina-Moschee zu verwandeln. In den Medien ist es nicht mehr länger tabu, vom "Ende des britischen Christentums" zu sprechen.

In Belgien, einst eine Wiege des europäischen Katholizismus, werden Dutzende von Kirchen geschlossen. Die Kirche der heiligen Catherine, 1874 errichtet, dominiert Brüssels historischen Stadtkern, sie ist das einzige religiöse Gebäude, das gegen Ende des Ancien Régime im "Fünfeck" gebaut wurde – und heute eines der am stärksten bewachten Gebäude in der EU-Kapitale, insbesondere nach den Terroranschlägen vom 22. März 2016. Die Stadt Brüssel hatte vor, aus der Kirche einen Obstmarkt zu machen. Nur die Mobilisierung der Gläubigen vereitelte den Plan.

Letzten Monat erklärte der Economist, was in Belgien vor sich geht, dem Land, das einst bekannt war für die Madonna von Brügge, eines von Michelangelos berühmtesten Werken: "Wenn es irgendeinen Klebstoff gibt, der Belgien im dritten Jahrhundert seiner Existenz zusammenhalten kann, dann ist es jedenfalls nicht der Katholizismus." Es werde der Islam sein, schreibt das Magazin. In Brüssel wählt die Hälfte der Schüler Islamunterricht. Praktizierende Katholiken machen 12 Prozent der Bevölkerung aus, Muslime 19 Prozent.

Wie die Zeitung La Libre schreibt, sind Dutzende belgischer Kirchen unmittelbar von einer Umwidmung zu einem anderen Zweck bedroht.

In der Kirche von Saint-Hubert in Watermael-Boitsfort sollen Wohnungen entstehen, die Kirche der Heiligen Familie in Schaerbeek wartet auf einen Investor. In Malonne wurde die Kapelle von Piroy in ein Restaurant umgewandelt. Die Saint-Jacques-Kirche von Namur ist jetzt ein Kleidungsgeschäft; die 1749 in Namur errichtete Kirche Notre Dame wurde 2004 profaniert und ist jetzt ein "Kulturhaus". Der Innenraum wird umgestaltet, es wird einen Ticketverkauf und Gastronomie geben. Dutzende von Ausstellungen, Konzerten und Modeschauen wurden bereits in der Kirche veranstaltet. In Tournai wurde die Kirche St. Margherita zu einem Apartmentgebäude umgebaut.

Die Kirche der gesegneten Sakramente in Binche, ein majestätisches Gebäude im Herzen einer mittelalterlichen Stadt in der Nähe von Brüssel, wurde acht Jahrhunderte nach ihrer Einweihung für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro verkauft. Im flämischen Mechelen wurde in einer berühmten Kirche ein Luxushotel eröffnet. Die Gäste logieren und speisen zwischen gotischen Bögen, Säulen und Kirchenfenstern.

Ungeachtet der Tatsache, dass der "emeritierte Papst" Joseph Ratzinger aus Deutschland kommt, Bundeskanzlerin Angela Merkel die Tochter eines evangelischen Pastors und Bundespräsident Joachim Gauck selbst ein protestantischer Pfarrer ist, gibt es in Deutschland buchstäblich einen Ausverkauf von Kirchen. Zwischen 1990 und 2010 hat die Evangelische Kirche Deutschlands 340 Kirchen geschlossen.

In Hamburg hat die muslimische Gemeinde kürzlich eine evangelische Kirche gekauft. Die Kirche St. Raphael in Berlin-Spandau ist nun ein Lebensmittelladen. In Trier, der Stadt von Karl Marx, wurden einige Kirchen zu Turnhallen verwandelt. Aus einer Kirche in Köln wurde eine Luxusresidenz mit eigenem Swimmingpool.

Der Schriftsteller Emile Cioran stellte Europa einst eine düstere Prophezeiung: "Die Franzosen werden nicht eher aufwachen, als bis Notre Dame zu einer Moschee geworden ist." Vor drei Jahren erschoss sich Dominique Venner, ein französischer Historiker, am Altar von Notre Dame, der berühmtesten Kathedrale von Paris. Dieser Suizid, den die Mainstreammedien als die Geste eines katholischen Sonderlings abtaten, war eine schreckliche Warnung an Europa. Doch niemand zollte ihm Aufmerksamkeit.

Giulio Meotti, Kulturredakteur der Tageszeitung Il Foglio, ist ein italienischer Journalist und Autor.

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